Auszubildende haben ein Recht auf gute Ausbildung

Jusos mahnen Dieter Schütz zu mehr Sachlichkeit

„Es scheint mir, als würde Herr Schütz die Gesetze nicht kennen. Für Auszubildende sind Überstunden tabu.“, so Katharina Kappelhoff, Vorsitzende der Jusos Waldeck-Frankenberg, zu der Kritik des FDP-Kreisvorsitzenden Dieter Schütz an einem Vorstoß des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Der DGB hatte Überstunden, schlechte Bezahlungen und mangelnde fachliche Betreuung bei der Ausbildung in den Willinger Tourismusbetrieben angemahnt. „Auf der einen Seite beklagt die Kreishandwerkerschaft einen massiven Fachkräftemangel und auf der anderen Seite kommt es der FDP scheinbar nicht in den Sinn, die Bedingungen an den Ausbildungsplätzen zu hinterfragen.“, so Kappelhoff weiter.

Die Jungsozialisten halten die Praxis, arbeits- und oft auch perspektivlosen Jugendlichen aus dem Ausland in Deutschland eine Perspektive zu bieten, nicht für grundlegend verkehrt. Doch solle das nicht aus Profitstreben und auf Kosten deutscher Jugendlicher, die nach fairen Arbeitsbedingungen streben, geschehen. Den Jugendlichen vor Ort müsse eine Ausbildung im Tourismus vielmehr durch angemessene Bezahlungen und faire Arbeitsbedingungen schmackhaft gemacht werden.

„Willingen und seine Tourismusbranche sind ein großer und wichtiger Wirtschaftsfaktor für unsere Region, allerdings muss sich das auch auf den Gehaltszetteln der Mitarbeiter niederschlagen.“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende des Juso-Unterbezirks, Andreas Schaake. Sicherlich habe das Tourismusgewerbe in der Hochsaison Spitzenbelastungen abzufedern, doch solle das nicht auf dem Rücken der teilweise noch minderjährigen Auszubildenden geschehen, sondern man müsse über eine zu eng bemessene Personaldecke nachdenken.

Weiterhin kritisieren die Jusos die Art und Weise, wie Dieter Schütz den DGB kritisiert habe. „Persönliche Angriffe auf Herrn Abt und Verleumdungen mit angeblichen und nicht belegten Äußerungen von Willinger Hoteliers, das ist die unterste Schublade der Diskussion. Haben sie derlei Populismus und Rufschädigung politischer Gegner wirklich nötig, Herr Schütz?“, so Kappelhoff abschließend.

Kommentar schreiben